Jahresbericht 2025
Im Dezember 2025
Liebe Brasilienfreund*innen,
2025 neigt sich dem Ende zu und es ist Zeit, über unsere Brasilienarbeit zu berichten.
Das neue Schuljahr begann im Februar mit zehn angemeldeten Kindern. Cristiana, unsere Lehrerin, und Jorge, unser Organisator, führten die Elterngespräche und stellten jedem Kind sämtliche Schulmaterialien zur Verfügung. In diesem Jahr sind es weniger Kinder als in den vergangenen Jahren. Ein Grund dafür ist die Eröffnung einer Kindertagesstätte in der Nähe unserer Schule. Daher plant Jorge, im kommenden Jahr auch ältere Kinder aufzunehmen.
Ein weiterer Grund ist die zunehmende Kriminalität im Umfeld unserer Schule. Der Drogenhandel und -konsum hat stark zugenommen. Viele junge Menschen sind in diesen traurigen Prozess verwickelt, in dem verschiedene Gruppen um Einfluss konkurrieren und sich regelrechte Auseinandersetzungen liefern. Viele Familien haben Angst, dass ihren Kindern etwas zustoßen könnte.
Jorge hat gemeinsam mit dem Fußballtrainer Reginaldo eine Partnerschaft mit dessen Fußballschule aufgebaut. Das Training begann im Februar mit zwölf Kindern. Jorge begleitet die Kinder bei den Aktivitäten und fördert dabei sowohl die pädagogischen als auch die sportlichen Aspekte. Das Training findet samstags auf dem Fußballplatz unserer Schule statt.
Aktuell lernen acht Kinder und Jugendliche bei Gilberto auf der Gitarre und am Keyboard Musik zu machen. Die Instrumente konnten vor einiger Zeit dank unserer Spenden angeschafft werden.
Zwischen Mai und Juli erlebten unsere Freund*innen in Caapora sehr schwierige Zeiten. Aufgrund der intensiven Gewalt in der Stadt mussten die Aktivitäten mehrfach ausgesetzt werden, da das Leben der Beteiligten gefährdet war. Auch die städtischen Schulen trafen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, um die Kinder zu schützen.
Cristiana besucht die Familien ihrer Schulkinder regelmäßig zuhause. Kürzlich war sie sehr beunruhigt, als sie erfuhr, dass der Vater der kleinen Tamar starke Rückenprobleme hat und deshalb nicht arbeiten kann. Obwohl er versichert war, wurden seine Leistungen bereits vor drei Monaten eingestellt.
Tamar bat ihre Mutter um einen Apfel und einen Keks… und Cristiana erkannte an ihrem Blick, dass sie sich das nicht leisten konnte. Die Familie lebt momentan von der Unterstützung ihrer Angehörigen. Wir haben deshalb spontan beschlossen, sie mit Lebensmitteln zu versorgen.
Cristiana ist eine bewundernswerte Frau. Neben ihrer Arbeit als Lehrerin kümmert sie sich um ihre zwölfjährigen Drillinge. Da die Frau ihres Sohnes Arthur die Familie verlassen hat, sorgt sie außerdem für die Zwillinge ihres Sohnes. Was Cristiana leistet, ist außergewöhnlich – und wir danken ihr von Herzen für ihren unermüdlichen Einsatz.
Auch Jorges Arbeit ist bemerkenswert. Ohne ihn würde unsere Brasilienarbeit nicht funktionieren. Herzlichen Dank, lieber Jorge!
Auch hier in Deutschland gilt: Was wären wir ohne die Grundschule Bissendorf und all die Spender*innen und Schulpat*innen, die unser Projekt unterstützen? Herzlichen Dank dafür.
Und natürlich verdienen auch unsere eigenen Leute ein dickes Lob:
Was wären wir ohne Walter, der sich um Finanzen und Quittungen kümmert, ohne Nicole, die den Spielzeugmarkt organisiert, ohne Ansgar, der uns mit Essen versorgt, ohne Werner, der die Protokolle schreibt… und ohne all die anderen, die im Hintergrund so viel leisten? Ich habe selbst wieder gespürt, wie wichtig, motivierend und wohltuend eine kleine Anerkennung zwischendurch ist.
Wir freuen uns sehr über eure weitere Unterstützung für unsere wundervolle Brasilienarbeit.
Eine Schulpatenschaft kostet 50 Euro im Jahr.
Herzliche Grüße… und genießt das Leben,
Susanne














